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Hintergrund

Am 05. November 2019, knapp einen Monat nach dem antisemitischen Anschlag auf die Synagoge in Halle, wurde ein Stipendiat des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks tätlich angegriffen. Er wurde antisemitisch beschimpft, seine Kippa wurde ihm vom Kopf abgerissen, bespuckt und in den Mülleimer geworfen. Erfahrungen dieser Art sind unter jüdischen Bürger*innen in Deutschland und Europa kein Einzelfall. Empirische Studien belegen, dass Antisemitismus in Europa seit einigen Jahren zunimmt. Etwa ein Drittel der europäischen Jüd*innen und Juden geben an, bereits Erfahrungen mit antisemitischen Übergriffen gemacht haben zu müssen. Ebenso viele fühlen sich in ihren Ländern nicht mehr sicher und denken über eine Auswanderung nach. Dem Ergebnis der zuletzt veröffentlichten Studie des World Jewish Congress zufolge trägt jede*r vierte Deutsche antisemitische Einstellungen in sich. Ein Befund, der die hohen Verbreitungsraten antisemitischer Verschwörungsmythen rund um die Corona-Pandemie erklären kann.

 

Der direkte Angriff auf einen unserer Stipendiaten veranlasste ELES zur Organisation einer Solidaritätsveranstaltung für Stipendiat*innen aller 13 deutschen Begabtenförderungswerke. Die Veranstaltung wurde zu einem überwältigenden Zeichen der Solidarität. Über 180 Stipendiat*innen kamen zusammen, solidarisierten sich und diskutierten gemeinsam über Antisemitismus und die zunehmenden Angriffe auf die offene und plurale Gesellschaft. Etliche Stipendiat*innen äußerten dabei den Wunsch, sich verstärkt gegen Antisemitismus einzusetzen, oft fehle es ihnen allerdings an Wissen und Anlaufstellen. Nicht zuletzt knüpft unser Aktionsprogramm an dieses Bedürfnis an.

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