Das Programm
Nie wieder!? Gemeinsam gegen Antisemitismus & für eine plurale Gesellschaft.
Hintergrund & Ziele
Antisemitismus ist kein Relikt der Vergangenheit, sondern fester Teil unserer Gegenwart. Er begegnet uns an Schulen, Hochschulen, auf den Straßen, im Netz und in politischen Debatten. Für Jüdinnen*Juden bedeutet er konkrete Bedrohung, für die Gesellschaft insgesamt ist er ein Angriff auf Demokratie und Pluralität.
2019 hat das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk (ELES) mit „Nie wieder!? Gemeinsam gegen Antisemitismus & für eine plurale Gesellschaft“ ein bundesweites Bildungsprogramm geschaffen. Ausgangspunkt war ein antisemitischer Angriff auf einen Stipendiaten – und die Erfahrung, dass viele junge Menschen Wissen, Räume zur Reflexion und konkrete Handlungsstrategien brauchen. Seitdem bietet „Nie wieder!?“ Seminare und Fortbildungen für Stipendiatinnen aller 13 Begabtenförderungswerke. Ziel ist es, Antisemitismus klar zu erkennen, ihm entschieden zu begegnen und Multiplikatorinnen für eine plurale Gesellschaft zu stärken.
Unsere Schwerpunkte:
- Wissen: Wir befähigen Stipendiat*innen dazu, Antisemitismus zu erkennen. Hierfür vermitteln wir grundlegendes Wissen zur Geschichte sowie zu aktuellen Erscheinungsformen des Antisemitismus. Welche gesellschaftliche Funktion erfüllt er?
- Sensibilisierung: Wir rücken die Perspektive von Betroffenen in den Mittelpunkt. Mit welcher Realität sehen sich Jüdinnen*Juden konfrontiert? Zugleich fragen wir: Warum übernehmen Personen antisemitische Einstellungen? Dabei regen wir zur Selbstreflexion an.
- Empowerment: Wie kann Antisemitismus begegnet werden? Hierüber sprechen wir auch mit Expert*innen aus der Zivilgesellschaft: Wo kann ich einen Vorfall melden? Wer hilft Betroffenen? Was kann ich im Alltag konkret tun?
- Vernetzung: Antisemitismus kann überfordern und lähmen. Die „Nie wieder!?“-Seminare vernetzen couragierte Stipendiat*innen untereinander sowie mit Akteur*innen aus Politik, Kultur, Wissenschaft und der Zivilgesellschaft.
Seminare
Kern des „Nie wieder!?“-Programms bilden die dreitägigen Basisseminare. Sie finden mehrmals im Jahr in verschiedenen Regionen Deutschlands statt und bringen Stipendiat*innen aller 13 Begabtenförderungswerke zusammen. Pro Seminar nehmen bis zu 26 Stipendiat:innen teil.
Inputs von Expert*innen aus Wissenschaft, Politik, Kultur und Zivilgesellschaft, Workshops und Reflexionseinheiten, Exkursionen zu Erinnerungsorten oder lokalen Initiativen, Zeit für Austausch in der Gruppe – so verbinden die Seminare fundiertes Wissen, persönliche Auseinandersetzung und praktische Handlungsoptionen. Die Teilnehmenden lernen, Antisemitismus zu erkennen, einzuordnen und ihm couragiert zu begegnen. Sie stärken ihre Handlungsmöglichkeiten, entwickeln Strategien für kritische Situationen und können als Multiplikator*innen in ihrem Umfeld wirksam werden.
Zur Anmeldung geht es hier entlang: Anmeldeformular Seminare.
MpAct! – Das Qualifizierungsprogramm für Multiplikator*innen der antisemitismuskritischen Bildungsarbeit
Seit 2023 ergänzt das Multiplikator*innen-Programm MpAct! die Basisseminare von „Nie wieder!?“. Es richtet sich an Stipendiat*innen, die bereits an einem Seminar teilgenommen haben und selbst in der Bildungsarbeit gegen Antisemitismus an Hochschulen aktiv werden möchten. Im Verlauf des Jahres bauen die Teilnehmenden im mehrmodularen Qualifizierungsprogramm durch Selbsterfahrung eine eigene Haltung zum Themenkomplex Antisemitismus auf, vertiefen bestehendes Fachwissen über Antisemitismus, erarbeiten sich pädagogische Kernkompetenzen (Methodik & Didaktik) und vieles mehr.
Das Programm gliedert sich in eine Grundlagenschulung, vier digitale Fortbildungen, eine Aufbauschulung und drei Hospitationen in Bildungsformaten erfahrener politischer Bildner*innen. Im Anschluss werden die Teilnehmenden bei der Entwicklung eigener Workshops und Projekte von uns weiterhin unterstützt. Durch regelmäßige Netzwerktreffen bleiben die Kohorten untereinander verbunden und können voneinander profitieren.
MpAct! wird in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum antisemitismuskritische Bildung und Forschung (KOAS) sowie mit OFEK e. V. – Beratungsstelle bei antisemitischer Gewalt und Diskriminierung – durchgeführt.







